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imagefilm, produktvideo oder reel: welches video dein unternehmen braucht.

"Wir bräuchten mal ein Video." Der Satz fällt in fast jedem Erstgespräch – und er ist so präzise wie "wir bräuchten mal ein Fahrzeug". Ein Imagefilm, ein Produktvideo und ein 30-Sekunden-Reel haben unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Längen, unterschiedliche Preise und landen an völlig unterschiedlichen Orten. Wer das Format vor dem Ziel festlegt, bezahlt am Ende oft für den teuersten Film und postet dann trotzdem nichts, weil das Hochformat fehlt. In diesem Artikel sortieren wir die vier Formate, die für Unternehmen wirklich relevant sind, ordnen Kosten und Einsatzorte zu und zeigen, wie ein Drehtag geplant wird, aus dem mehr als ein Video entsteht.

Ajet Ibrahimi, Gründer von nopo.

Ajet Ibrahimi

Gründer · Foto & Film

Filmteam mit Profikamera bei Dreharbeiten auf der Straße – das Format entscheidet über den Aufwand.

erst das ziel, dann das format

Bevor über Kamera und Schnitt geredet wird, gehört eine Frage geklärt: Was soll nach dem Video anders sein? Es gibt im Wesentlichen vier Antworten – und jede führt zu einem anderen Format.

  • "man soll uns kennen": Markenbekanntheit, Vertrauen → Imagefilm
  • "man soll verstehen, was wir machen": Erklärung, Conversion → Produkt- oder Erklärvideo
  • "man soll uns überhaupt erstmal sehen": Reichweite → Social-Shorts im Hochformat
  • "wir brauchen leute": Bewerbungen → Recruiting-Video

Diese Reihenfolge klingt selbstverständlich, wird aber selten eingehalten. Die häufigste teure Fehlentscheidung: ein hochwertiger Imagefilm, wenn eigentlich Reichweite fehlt – und Reichweite bekommt man 2026 nicht mit einem Dreiminüter im Querformat.

Videoschnitt-Software mit Zeitleiste – die Postproduktion entscheidet über die Länge des Projekts.
Foto: Kadiremir via Pexels

die vier formate im vergleich

imagefilm

Ein bis drei Minuten, hochwertig produziert, erzählt Haltung und Menschen statt Leistungen. Der Imagefilm ist das Fundament: Er läuft auf der Startseite, bei Messen, im Empfangsbereich und in Bewerbungsgesprächen. Er verkauft selten direkt – er sorgt dafür, dass man dich ernst nimmt. Hält bei guter Machart drei bis fünf Jahre.

produkt- und erklärvideo

30 bis 90 Sekunden, sachlich, zeigt Funktion und Nutzen. Das ist das Format mit der direktesten Wirkung auf Anfragen, weil es eine konkrete Frage beantwortet. Sitzt am besten auf der Leistungs- oder Produktseite, direkt über dem Kontaktformular.

social-shorts (9:16)

15 bis 45 Sekunden, Hochformat, oft mit dem Smartphone drehbar. Kein Ersatz für die anderen Formate, sondern der laufende Kanal. Hier zählt Menge und Regelmäßigkeit mehr als Perfektion – ein Reel pro Woche schlägt einen Hochglanzclip pro Quartal.

recruiting-video

60 bis 120 Sekunden, ehrlich statt geschönt: Wer arbeitet hier, wie sieht ein Arbeitstag aus, was ist anstrengend. Für Betriebe mit offenen Stellen aktuell oft das Format mit dem höchsten Rückfluss – vorausgesetzt, es zeigt echte Mitarbeiter und nicht die Geschäftsführung beim Vorlesen.

ein reel pro woche schlägt einen hochglanzclip pro quartal

was die formate kosten

Grobe Orientierung für den deutschen Markt: Social-Shorts starten im niedrigen vierstelligen Bereich, wenn sie professionell produziert werden – und kosten faktisch nichts, wenn du sie selbst drehst. Ein Produkt- oder Erklärvideo liegt meist zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Ein Imagefilm beginnt bei etwa 5.000 Euro und geht je nach Drehtagen, Team, Locations und Sprechern deutlich darüber hinaus.

Was den Preis treibt, ist selten die Kamera. Es sind Drehtage, Teamgröße, Anzahl der Locations und der Schnittaufwand. Details dazu haben wir im Beitrag zu den Kosten eines Imagefilms aufgeschlüsselt.

Videograf mit Stabilisator beim Dreh – ein gut geplanter Drehtag liefert mehrere Formate.
Foto: Amar via Pexels

so planst du einen drehtag, der mehr als ein video ergibt

Der größte Hebel liegt nicht im Format, sondern in der Planung. Wer ohnehin ein Team im Haus hat, sollte den Tag nicht für einen einzigen Film verbrauchen.

  1. Ziel und Hauptformat festlegen. Alles andere ordnet sich diesem einen Film unter.
  2. Parallel eine Liste an Zusatzmotiven schreiben: Nahaufnahmen, Handgriffe, kurze O-Töne, Blicke in die Werkstatt.
  3. Jede Szene zusätzlich im Hochformat abdrehen – oder so kadrieren, dass ein 9:16-Ausschnitt möglich bleibt.
  4. O-Töne in kurzen, abgeschlossenen Sätzen aufnehmen. Aus einem guten Satz wird später ein eigener Clip.
  5. Beim Schnitt zuerst das Hauptvideo bauen, dann fünf bis zehn Shorts daraus ableiten – gleiche Bilder, andere Länge, andere Aussage.
  6. Alles sauber archivieren. Rohmaterial ist Vorrat: In zwei Jahren wirst du es brauchen.

fazit

Es gibt kein bestes Videoformat, nur ein passendes. Wer wissen will, ob ein Imagefilm oder zehn Reels sinnvoller sind, muss zuerst sagen können, was danach anders sein soll. Und wer klug plant, bekommt aus einem Drehtag beides.

Wir planen genau so: erst das Ziel, dann der Drehplan, dann die Formate. Schau dir dazu unsere Foto-, Film- und Audioproduktion an – und wenn dir Reichweite fehlt, lies vorher, warum Kurzvideo 2026 die Reichweite macht.

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